Leider kommt es immer wieder einmal vor, dass eine Katze Hilfe braucht und du schnell reagieren musst. Erste Hilfe für Katzen kann deine Katze vor schlimmen Schmerzen retten und sogar Leben retten! Daher ist es für jeden Katzenhalter und Katzensitter gut, sich mit erster Hilfe für Katzen auszukennen. Natürlich ersetzt deine Hilfe in Notsituationen nicht den Gang zum Tierarzt!

Erste Hilfe für Katzen

Wenn deine Katze einen Unfall hat oder in eine Notsituation gerät, solltest zunächst diese Punkte befolgen:

  • Ruhe bewahren
  • Bringe die Katze und dich aus der Gefahrenzone in Sicherheit
  • Informiere einen Tierarzt
  • Stabilisiere die Katze und erhalte die Vitalfunktionen
  • Ergreife Erste Hilfe Maßnahmen

Wenn du als Katzensitter diese Liste abgearbeitet hast und die Katze vom Tierarzt versorgt wirst, solltest du dringend die Halter der Katze informieren!

Cat in a Flat erklärt, welche Erste-Hilfe Maßnahmen du im Notfall anwenden kannst!

Erste Hilfe Maßnahmen bei Katzen können Leben retten!

Erste Hilfe für Katzen bei Verbrennungen

Kerzenflamme, Herdplatte, Bratfett, Stromschläge – Katzen ziehen sich Verbrennungen nicht nur durch offenes Feuer zu! Wenn deine Katze sich eine Verbrennung zugezogen hat, solltest du zunächst die Schwere der Verbrennung prüfen.

Grad 1: Rötungen, leichte Schwellungen und leichte bis mittlere Schmerzsymptome

Kühle die Haut unter fließendem kühlen Wasser. Eiskaltes Wasser solltest du vermeiden.

Grad 2: Zusätzliche Bläschen bilden sich auf der Haut

Kühle die Haut zunächst. Du kannst die Wunde desinfizieren! Wichtig: Verwende nur Desinfektionsmittel speziell für Katzen oder Tiere. Bedecke die Wunde mit einer sterilen Wundauflage und verbinde sie.

Grad 3: Die Haut ist verkohlt, Fellfetzen lösen sich

Kühle die Haut unter fließendem Wasser. Anschließend solltest du die Wunde steril bedecken und verbinden. Suche sofort den Tierarzt auf! Wenn du hast, kannst du deiner Katze einen Kragen anlegen, um sie am Lecken der Wunde zu hindern.

Es ist sehr wichtig, dass alle Verbrennungen von einem Tierarzt kontrolliert werden! An Wochenenden oder Nachts musst du eine Tierklinik aufsuchen.

Achtung: Stich keine Brandblasen auf und verwende keine Brandsalbe. Salben aus der Hausapotheke für Menschen sollten für Katzen nicht verwendet werden.

Verbrennungen kannst du relativ leicht vorbeugen. Entzünde kein offenes Feuer und lasse keine Kerze unbeobachtet. Auch Herd, Kochtöpfe und Grill sollten stets beobachten werden, während du kochst. Alternativ kannst du die Katze in der Zeit aus der Küche verbannen. Kabel und Steckdose sorgen manchmal für einen Elektroschock und damit für Verbrennungen. Verlege diese so, dass sie für die Katzen nicht erreichbar sind oder bringe eine Kindersicherung an.

Gerade in der Weihnachtszeit kommt es häufig zu Verbrennungen. Verzichte deiner Katze zuliebe auf echte Kerzen am Adventskranz und Weihnachtsbaum! An Silvester ist es selbstverständlich, dass du auch deine Freigänger-Katze im Haus behältst. So wird sie nicht durch Feuerwerk oder Böller verletzt.

Erste Hilfe für Katzen bei Vergiftungen

Symptome einer Vergiftung reichen von Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Speicheln und neurologischen Symptomen. Bei schweren Vergiftungen kommt es zu Zittern, Schwankungen, Krämpfen, aber auch zu Atemproblemen oder Blutungen. Vergiftungen kommen häufig dadurch, dass Katzen giftige Pflanzen anknabbern oder giftige Substanzen aufnehmen. Auch unsere Lebensmittel, wie Schokolade können für Stubentiger zu Vergiftungen führen. Vergiftungen treten manchmal auch erst etwas später auf. Deswegen ist es wichtig, die Katze gut zu beobachten.

Eine Erste-Hilfe Maßnahme bei Vergiftungen:

Flöße der Katze Wasser durch eine Spritze ins Maul ein. Wegen des Schluckreflexes kann die Katze nicht anders als trinken. So wird das Gift im Magen verdünnt. Vergiftungen jeglicher Art sollten tierärztlich untersucht werden. Vergiftungen sind eine häufige Todesursache bei Katzen. Wenn du weißt, woran sich deine Fellnase vergiftet hast, solltest du unbedingt eine Probe mit zum Tierarzt nehmen. Dieser kann deiner Katze dann noch besser helfen.

Achtung: Gebe deiner Katze bei Vergiftungen nur Wasser! Alles andere kann im Magen mit dem Gift schneller reagieren. Bewusstlosen Tieren solltest Du niemals Wasser einflößen!

Vergiftungen sollten unbedingt vermieden werden. Habe im Haus keine Blumen und Pflanzen, die für deine Katze giftig sind. Lebensmittel und Getränke für Menschen sollten generell für Katzen nicht erreichbar sein. Giftige Nahrungsmittel sind: Schokolade, Alkohol, Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Weintrauben, Schweinefleisch und viele weitere. Ebenso sollten Putzmittel, Schädlingsbekämpfer und andere giftige Stoffe sicher gelagert werden. Am besten in einem Schrank, den die Katze nicht öffnen kann.

Erste Hilfe für Katzen bei Erstickungen

Erstickungen sind immer ein akuter Notfall. Wenn du Angst hast, dass dein Stubentiger nicht mehr bis zum Eintreffen des Tierarztes aushält, kannst du versuchen ihm zu helfen.

Wenn deine Katze noch bei Bewusstsein ist, kannst du versuchen den Gegenstand vorsichtig mit der Hand aus dem Rachen deiner Katze zu entfernen.

Das kannst du bei Erstickungen tun:

Ist der Gegenstand zu tief im Rachen? Dann lege deine Katze auf die rechte Seite mit dem Rücken dir. Bringe nun eine Hand unter das Brustbein der Katze. So musst du kräftig nach oben und nach vorne drücken. Du kannst auch vorsichtig zwischen die Schulterblätter Ihrer Katze schlagen. Mit etwas Glück fängt deine Katze dann an zu husten und spuckt den Gegenstand wieder aus!

Achtung: Pass auf, dass deine Katze dich nicht beißt! Katzenbisse können für Menschen gefährlich sein! Hast du keine Chance deiner Katze zu helfen, solltest du auf dem schnellsten Weg einen Tierarzt kommen lassen.

Ähnlich wie kleine Kinder Verschlucken Katzen manchmal Kleinteile, die zu Erstickung führen können. Das kann alles mögliche sein, deswegen solltest du darauf achten, was herum liegt. Auch manches Katzenspielzeug kann für deine Fellnase gefährlich werden. In unserem Blogpost findest du mehr zu gefährlichem Katzenspielzeug.

Erste Hilfe bei Verletzungen

Alle Verletzungen die größer sind, oder bei denen ihre Katze etwas Blut verliert, sollten vom Tierarzt behandelt werden. Wenn sich deine Katze an der Pfote oder irgendwo anders verletzt ist es zunächst wichtig die Blutung zu stillen und die Wunde steril zu verbinden. So vermeidest du einen großen Blutverlust und eine Infektion der Wunde.

Kleine Verletzungen

Kleine Verletzungen wie Kratzer, kannst du desinfizieren und mit einer Wundsalbe für Katzen bestreichen.

Mittlere Verletzungen mit geringem Blutverlust

Spüle die Wunde mit Wundspüllösung und lege einen sterilen Druckverband an. Bei Pfoten musst du die Zwischenräume der Zehen eventuell polstern. Dann geht es ab zum Tierarzt.

Verletzungen mit großem Blutverlust

Im Unterschied zum geringen Blutverlust solltest du die Wunde hier nicht spülen. Sonst verliert die Katze im Zweifel noch zusätzlich Blut. Bringe die Katze auf dem schnellsten Weg zum Tierarzt, oder rufe den Notfalldienst.

Achtung: Bei Verletzungen solltest du deine Katze immer wahnsinnig sanft zum Tierarzt transportieren. Wunden können sonst weiter aufreißen. Außerdem müssen innere Verletzungen abgeklärt werden.

Katzen ziehen sich immer mal wieder Verletzungen zu. Die meisten sind nicht so schlimm. Wenn jedoch Blut fließt, solltest du aufpassen. Typische Verletzungen sind das Kippfenster-Syndrom oder Verletzungen an der Pfote. Achte darauf, dass du die Fenster niemals auf Kipp hast, wenn die Katze unbeobachtet ist. Scherben sollten immer gründlich entfernt werden. Spitze Gegenstände wie Messer, Gabeln oder Scheren sollten nicht offen herumliegen.

Erste Hilfe für Katzen bei Bewusstlosigkeit

Wenn deine Katze bewusstlos ist, gilt es ihr Leben zu retten. Während du auf den Notdienst wartest, kannst du das ABC-Prinzip (ABC steht für Atemwege, Beatmung, Circulation) anwenden:

1. Atemwege

Öffne Maul der Katze, ziehe vorsichtig die Zunge nach vorn und befreie im Zweifel die Atemwege von Fremdkörpern (mehr dazu findest du unter dem Punkt erste Hilfe bei Ersticken), Schleim oder Erbrochenem.

2. Beatmung

Wenn die Atemwege frei sind, legst du die Katze auf die rechte Seite. So muss das Herz weniger Druck aushalten. Bei der Nasenbeatmung musst du die Katzenzunge nach vorne holen. Die Schnauze, also den Mund solltest du mit der Hand möglichst dicht umschließen. Der Hals der Katze sollte lang gestreckt sein. Jetzt musst du Luft durch die Nase pusten. So lange bis der Brustkorb sich hebt. Dann muss die Luft durch den Mund entweichen, also solltest du die Hand öffnen. Diese Beatmung sollte etwa 20 bis 30 Mal pro Minute durchgeführt werden, bis die Katze selbstständig atmet. Überprüfe dabei regelmäßig den Puls.

3. Circulation:

Den Puls fühlst du am Brustkorb oder der Oberschenkelinnenseite. Wenn du keinen Herzschlag fühlst, startest du eine Herzmassage. Dabei legst du eine Hand flach auf den Brustkorb (ca. in Höhe des Ellenbogens). Danach schnell fünf- bis zehnmal Daumen und Zeigefinger Richtung Hals der Katze drücken. Nach 15 Sekunden beatmest du die Katze erneut. Dieses musst du abwechselnd wiederholen, bis der Puls wieder spürbar ist und die Katze selbstständig atmet.

Erste Hilfe bei Hitzschlag

Katzen lieben es warm, aber wenn im Sommer hohe Temperaturen herrschen, können sie einen Hitzschlag erleiden. Katzen schwitzen nicht wie wir und überhitzen daher leicht. Wenn Katzen in der Hitze hecheln, kann dies auf einen Hitzschlag hindeuten.

Was du bei einem Hitzschlag tun kannst

Als erstes bringst du die Katze in eine kühle und schattige Umgebung. Biete ihr etwas zu trinken an. Kühle die Katze mit einem nassen, kalten Handtuch. Du kannst sie auch kühl abduschen, wenn sie es zu lässt. Anschließend solltest du einen Arzt aufsuchen.

Achtung: Lass die Katze nicht in Stress geraten. Das erzeugt nur zusätzliche Wärme bei ihr. Bleibe also auch selbst entspannt. Kühle die Katze mit kühlem oder kaltem aber nicht mit eiskaltem Wasser. Kühlpads sollten immer in ein Tuch gewickelt sein, um einen Schock zu vermeiden.

Im Sommer solltest du deiner Katze immer ein schattiges und kühles Plätzchen bieten. Lass ihr immer die Möglichkeit ins Haus zu kommen und sich abzukühlen. Jede Katze sollte stets frisches Wasser zur Verfügung haben.

So bist du im Notfall bestens gerüstet

Bereite dich für den Notfall vor! Damit du erste Hilfe bei deiner Katze leisten kannst, ist es wichtig schon vorher einige Dinge vorzubereiten.

  • Habe ein Erste Hilfe Set Zuhause
  • Speichere die Nummer eines Tierarztes in deiner Nähe ein
  • Speichere die Nummer des Tiernotdienstes ab
  • Habe die Transportbox immer parat

Du kannst auch einen Erste-Hilfe Kurs für Tiere absolvieren, um noch mehr zu lernen!

Das solltest du als Katzenbetreuer beachten

Auch für Katzensitter eine tolle Idee! Wenn du als Sitter auf eine Katze aufpasst, ist ein ausführliches Gespräch mit dem Halter zuvor ein Muss. Du solltest die Nummer des Tierarztes kennen und auch wissen, wie du dort schnell hinkommst. Auch die Nummer des Tiernotdienstes deiner Sitter-Katze solltest du dir aufschreiben oder einspeichern. Frage die Halter, wo du die Transportbox findest und stell sie im Zweifel auf. Kläre auch ab, ob sie ein Erste-Hilfe-Set im Haus befindet. Alternativ solltest du dein eigenes zu Besuchen mitbringen. Wenn giftige Pflanzen, verschluckbare Kleinteile oder andere gefährliche Gegenstände für die Katze erreichbar ist, solltest du mit dem Halter darüber reden. Im Zweifel sollten diese für die Dauer deines Sitting-Einsatzes entfernt werden. Vor allem, wenn du der Katze nur 1-2 Besuche am Tag abstattest!

Eine tolle Alternative zur Katzenpension – Katzensitter in meiner Nähe.

Wie funktioniert Katzensitting? Schau es dir hier an